Es gibt in Hamburg einen heiligen Ort, an dem sich die Pilger einer ganz besonderen religiösen Gemeinschaft einfinden. Für sie steht die reine Seele und steckt der gesunde Geist im gesunden Leib. An diesem Ort findet man zwar weder Weihrauch noch Priestertum irgendeiner besonderen sozialen Stellung, dafür wird aber die Sprintualität der Anhänger wie von übernatürlicher Art gelenkt und auf die Probe gestellt.
Den Hamburger_Innen wird längst gewahr sein, aber auch der Sportsgeist in einem jeden unserer Herzen hat bemerkt, wovon hier die Rede ist. Einmal um die Außenalster walken, laufen, aber am meisten noch joggen, das liegt der Gemeinde im Sinn, wenn sie ihrer Göttlichkeit frönen gehen (bzw. joggen).
Ich fand mich nun an jenem Heiligtum ein, ohne wirklich von der Sitte dort zu wissen. Dem entsprechend nichtsahnend wandelte ich an freierlicher Natur vorbei, wurde beinahe um den Haufen gerannt. Massen an Pilgernden stürmen umher, dem Kreislauf ihres Herzens um die Außenalster folgend, werden sie von magisch leuchtenden Opferkästen in ihrer Hast beobachtet, jeder ihrer Schritte wird gesehen. Ihr Glaubenszeichen tragen sie in Form eines Anhängers, der am Schuh angebracht ihre Heilsfigur, einen laufenden Menschen, zeigt. So suchen sie scheinbar nicht ein Ziel zu erreichen, ihre moralische Verpflichtung findet sich getreu dem Dogma "der Weg ist das Ziel".
Ich zünde mir ein Kippe an. Und fühle mich wie mit Shorts im Petersdom. Mein Frevel wird mir bewusst, handle ich doch höchst amoralisch und versündige mich gegen eines der primären Gebote dieser Menschen: DU SOLLST NICHT RAUCHEN. Ich glaube es kommt an erster Stelle, so wie sich Alles, zumindest dieser Theologie gemäß, zum Ersten Platz hin orientiert. Doch wurde ich geduldet, sodass ich in Ruhe aufrauchte. Und irgendwie fehlte mir etwas der Weihrauchdunst, mit dem die Gebete nach oben strömen, sodass ich mich dazu gezwungen sah, noch eine anzustecken.
Die klerikale Kraft des Ortes spürt man in kinetischer Energie. Glückseligkeit spiegelt sich in den Gesichtern, die einer Offenbarung nahe, in ihren Kreisen auch "runners high" genannt, an mir vorbei kamen. Und doch, es ist wie aufgesetzt. Zwar wird Mensch gepredigt, Menschsein miteinander, friedlich, füreinander. Aber ich sehe sie nicht, die Menschlichkeit. Wir athleistischen U-bootjogger, man grüßt sich in freundlicher Verbundenheit bei der zwischenzeitlichen Begegnung.
Aber gerade hier, wo die Welt in ordentlichen Bahnen verlaufen solle, höre ich kein "moin, moin!".
Ich zünde mir ein Kippe an. Und fühle mich wie mit Shorts im Petersdom. Mein Frevel wird mir bewusst, handle ich doch höchst amoralisch und versündige mich gegen eines der primären Gebote dieser Menschen: DU SOLLST NICHT RAUCHEN. Ich glaube es kommt an erster Stelle, so wie sich Alles, zumindest dieser Theologie gemäß, zum Ersten Platz hin orientiert. Doch wurde ich geduldet, sodass ich in Ruhe aufrauchte. Und irgendwie fehlte mir etwas der Weihrauchdunst, mit dem die Gebete nach oben strömen, sodass ich mich dazu gezwungen sah, noch eine anzustecken.
Die klerikale Kraft des Ortes spürt man in kinetischer Energie. Glückseligkeit spiegelt sich in den Gesichtern, die einer Offenbarung nahe, in ihren Kreisen auch "runners high" genannt, an mir vorbei kamen. Und doch, es ist wie aufgesetzt. Zwar wird Mensch gepredigt, Menschsein miteinander, friedlich, füreinander. Aber ich sehe sie nicht, die Menschlichkeit. Wir athleistischen U-bootjogger, man grüßt sich in freundlicher Verbundenheit bei der zwischenzeitlichen Begegnung.
Aber gerade hier, wo die Welt in ordentlichen Bahnen verlaufen solle, höre ich kein "moin, moin!".
Sehr schön Marty. Weiter so. Aber wie kann mehr gesund??
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