Was ist das schon, mit den Namen?
Ein Säugling erblickt die Welt außerhalb. Man schenkt ihm einen Namen. Ein Etikett. Wann immer man den Namen ruft, steht er im Zusammenhang mit dem Neugeborenen. Nun unterscheidet er sich schlicht kaum von anderen Altersgenossen, sie wollen alle nur das Eine. Genauso gut kann ein anderer Name stehen, egal welche Interessen die Namensgeber gerade zu jenem bewegt haben mögen.
Irgendwann bildet sich so etwas, dass man Persönlichkeit nennen mag. Langsam füllt sich die bedeutungslose Prädikation mit Bedeutung: Ruft sich jetzt der Name, stehen den Empfängern eine Vielzahl an Informationen mehr zu Verfügung, als die bloße Bezeichnung eines Gegenstands, welcher mal ein Baby war. Charakterzüge, sei es gehorsam oder unzugänglich, sei es wild oder liebenswert, bilden den Namen aus. Genau dieser eine Mensch ist gemeint, natürlich im Kontext der Lebenswelt einzelner Sprecher, denn ein Mustermann ist viele. Der Name gewinnt an Gehalt.
"Wie heißt Du?"
Gib einem [Tisch] den Namen Tisch, (setze hier deiner Muttersprache gewünschtes Synonym für [Tisch]) man kann sich darüber eine Vorstellung schaffen. Gib einem Lebewesen, fähig zur Perfektibilität, einen Namen. Nach Jahren, so wird's wohl sein, ist Mustermann nicht mehr der siebenjährige, der er einst gewesen. Es reicht ein Tag, eine Minute, ein Zwinkern. Bereits hat sich Mustermann von der gewohnten Sichtweise entfernt. Die einen sagen "Sohn", lieben ihn oder nicht, die anderen sagen "Hurensohn", lieben ihn nicht oder gerade mehr als jedweder andere.
"Ist mir egal"
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen